120 Jahre SPD Kaufbeuren

Rotes Kaufbeuren

Der Weg durch Kaufbeuren

Ringweg

Zollhaus
Zollhaus - Redaktion und Geschäftsstelle der SPD-Zeitung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Kaufbeuren bereits eine eigene SPD-Zeitung. Man übernahm die von Kemptener Genossen zuvor gegründete Allgäuer Volkswacht. Die in Kaufbeuren errichtete Filiale war im ehemaligen Zollamtsgebäude untergebracht. Leiter der Volkswacht war Karl Petrich. Leider konnte sich die Zeitung unter den damals ungünstigen zeitgenössischen Verhältnissen nicht auf Dauer halten. Die Schwäbische Volkszeitung in Augsburg übernahm später den Allgäuer Teil.

Es ist in den Schriften immer wieder von einer Geschäftsstelle der SPD in der Ludwigstraße die Rede. Es gibt sogar ein Foto darüber. Doch leider war bis heute nicht in Erfahrung zu bringen, um welches Haus es sich dabei handelt. Auch ein Versuch über alte Postkarten diesen Standort zu lokalisieren, scheiterte. Da das Zollamt und auch das Nebenhaus eine hölzerne Schaufenstervertäfelung aufwiesen, wie auf dem Foto auch ersichtlich, könnte man vermuten, dass die SPD-Zeitung mit dem SPD-Büro eine Einheit gebildet hat.

Ringweg

 

 

DGB-Büro im Ringweg und SPD-Parteibüro
- und die SPD-Geschichte nach 1945

Etwa in Höhe der Einmündung der Ludwigstraße/Ringweg befand sich in den 70iger Jahren das Büro des DGB Kaufbeuren.

Viele kennen aber noch das SPD-Parteibüro in der Schraderstraße, unweit von hier. Es stand bis in die 70iger Jahre in etwa an der Stelle, wo sich heutzutage der stadtseitige Eingang des Parkhauses Süd befindet. An etwa der gleichen Stelle unterhält gegenwärtig die CSU ihre Partei- und Wahlkreis-Geschäftsstelle.

SPD-Büro

Heute findet sich das SPD-BürgerInnen-Büro in der Ganghoferstr. 2, im der alten Hasenfärbe.

Nun fahren wir weiter in der Geschichte der Kaufbeurer SPD. Am 27. April 1945 marschierte die US-Army in Kaufbeuren ein. In der Stadt bildete sich sogleich ein Antifaschistischer Ausschuss, in dem die Sozialdemokraten Glöggler, Braig, Huttner, Petrich und Rudhardt führend mitwirkten. Es wurde dabei ein provisorischer Stadtrat eingerichtet, dem die Genossen Böck, Huttner und Glöggler angehörten. Bereits am 29. August 1945 berief die SPD die erste Parteiversammlung nach 1945 in den Gasthof Traube ein. Die SPD Kaufbeuren wurde hier offiziell wieder gegründet, am gleichen Abend traten 30 Mitglieder neu in die SPD ein.

Ein treues Mitglied der Sozialdemokratie um 1910 war der Lithograph Robert Glöggler, auch Stadtrat und Bürgermeister in Kaufbeuren. Er wohnte in der Augsburger Straße. Dessen Sohn, Johann Nepomuk Glöggler, geb. in Kaufbeuren sollte in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zeitweise zum größten deutschen Textil-Unternehmer aufsteigen.

Innerhalb weniger Jahre baute Glöggler das zeitweise deutschlandweit größte Textil-Imperium auf. In wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, zwang das bayerische Wirtschaftsministerium, Glöggler zu einem Sanierungskonzept, das letztlich den Verlust und die Auflösung des Konzerns zur Folge hatte. Glöggler, mit tausenden aufgebrachten Arbeitern vor der Tür, trat darauf hin seinen Rückzug an. Glöggler, aus der großen sozialdemokratischen Familie stammend, verstarb 94-jährig im Jahre 2004 in einem Seniorenheim in Füssen.

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