120 Jahre SPD Kaufbeuren

Rotes Kaufbeuren

Der Weg durch Kaufbeuren

Ein kleiner Ausflug nach Neugablonz

Zum Stadtgebiet hinzugekommen waren nach 1945 mittlerweile über 7.000 Heimatvertriebene, überwiegend aus dem Isergebirge, die sich überwiegend im heutigen Stadtteil Neugablonz ansiedelten. Dort war in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts das Phänomen anzutreffen, dass sich viele Bürger für die seinerzeit aufkommende rechtsnationale Partei entschieden. Die Wahlergebnisse für die SPD sind im Stadtteil Neugablonz (rd. 14.000 Ew.) bis in die Gegenwart äußerst ungünstig geblieben.

Gleichwohl befindet sich ein bedeutender Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt in Neugablonz, der SPD - wie die gesamte Arbeiterwohlfahrt - naturgemäß nahe stehend. Das große Seniorenwohnheim der Arbeiterwohlfahrt (Bezirksverband Schwaben) am Riederlohweg in Neugablonz, benannt nach dem langjährigen, zwischenzeitlich verstorbenen SPD-Stadtrat Reinhard Schmidt, legt hier ein beredtes und immerwährend sichtbares Zeugnis ab.

AWO Neugablonz

 

 

Die Gewerkschaftsbewegung hatte es dagegen in Neugablonz ungleich schwerer als ein Sozialverband nach dem 2. Weltkrieg. Die klassische Gablonzer Industrie bestand vorwiegend aus kleinen Familienbetrieben. Diese arbeiteten oft mit einem familiär geprägten Heimarbeiter-System, welches für ein nachhaltiges gewerkschaftliches Wirken nur schwer oder überhaupt nicht erreichbar war. Eine Ausnahme bildeten hier die personalstärkeren Glashütten, die es heutzutage allerdings nicht mehr gibt.

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