120 Jahre SPD Kaufbeuren |
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Rotes KaufbeurenDer Beginn in KaufbeurenZur Einführung Gehen wir zurück ins 19. Jahrhundert, in die Zeit der beginnenden Industrialisierung. Aus der Not heraus zog die Landbevölkerung zunehmend in die Städte, um hier Arbeit und Lohn zu finden. Die Arbeitssituation in den Fabriken war denkbar schlecht und durch das Überangebot an Arbeitskräften konnten die Löhne nach unten “gedrückt³ werden. Die Arbeitsanforderungen waren enorm, wer dem Leistungsdruck nicht standhielt, konnte sofort seinen Arbeitsplatz verlieren. Vor den Fabriktoren warteten Schlangen von Arbeitssuchenden, die die Stellen besetzen konnten und wollten und das für jeden Niedrigstlohn, ein Thema, das auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts wieder aktuell zu werden droht. Gewerkschaften gab es im 19. Jahrhundert zunächst noch nicht. Hier setzt der Beginn der Sozialdemokratie ein. Die heraufziehenden revolutionären Ambitionen in der Gesellschaft wurden durch ein Verbot der politischen Vereine unterdrückt. Dieses Gesetz bestand bereits seit 1850 und war somit ein Vorbote des berüchtigten Sozialistengesetzes vom 21. Oktober 1878. 1863 erfolgte in Leipzig die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Ferdinand von Lasalle wurde für 5 Jahre dessen erster Vorsitzender. Somit ist der 23. Mai 1863 der eigentliche Gründungstag der Sozialdemokratie. Deutschlandweit wurde im Jahre 1849 mit der sog. Arbeitsverbrüderung in Berlin die erste politische Arbeiterorganisation, also ein Vorläufer der Gewerkschaften, gegründet. In den 60iger Jahren des 19. Jahrhunderts entstehen aus der Arbeiterbewegung vielfältige politische und gewerkschaftliche Vereine und Verbände. Es bildete sich ein nationaler Buchdruckerverein und die Assoziation der Zigarrenarbeiter. Erst als 1890 das Sozialistengesetz fällt, kann man von einer Splittung in Sozialdemokratie und Gewerkschaften sprechen und 1892 wird in Halberstadt der erste Allgemeine Gewerkschaftskongreß einberufen. Dieser Kongreß gilt als die Geburtsstunde des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Der Beginn in Kaufbeuren In Kaufbeuren begann die Geschichte der Sozialdemokratie mit einer Schuhmachergewerkschaft und deren Verbot. 1873 wurde der Fachverein der Schuhmachergesellen in Kaufbeuren gegründet. Am 30. April 1874 wurde diese Vereinigung wieder aufgelöst, die Mitglieder schlossen sich der Gewerkschaft der Schuhmacher mit Sitz in Gotha an. Die Begriffe Sozialdemokratische Vereinigung oder Gewerkschaftliche Vereinigung gab es in Kaufbeuren schon als es in einem Schreiben des Stadtmagistrats vom 2. Januar 1887 heißt: Anzeige über die Veränderungen im Stande der politischen Parteien. Dieses Jahr gilt als das Gründungsjahr der SPD in Kaufbeuren - vor nunmehr über 120 Jahren. |
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